Indexfonds kaufen 2020 Attraktive Moglichkeiten fur Anleger

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Contents

Fonds + ETF

Ölfonds : Norwegens Staatsfonds verliert 104 Milliarden Euro

Wegen der Coronakrise hat der weltgrößte Staatsfonds einen milliardenschweren Verlust erlitten. Noch 2020 erzielte er das zweitbeste Ergebnis aller Zeiten. Mehr…

Investmentfonds : Wie Geldanlage-Roboter in der Coronakrise abschneiden

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Analyse : Wie eine Milliardenwette von Ray Dalio für Gewinne im Dax sorgte

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Coronakrise : Hedgefonds-Legende Ackman wettet gegen die Börsenpanik – und gewinnt Milliarden

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Nicolai Tangen : Kunstsammler und Ex-Geheimdienstler: Das ist der neue Chef von Norwegens Ölfonds

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Ölfonds : Norwegens Staatsfonds macht wegen Corona einen milliardenschweren Verlust

Wegen Corona verliert Norwegens Staatsfonds mehr als 100 Milliarden Euro. Der 2020 erzielte Wertzuwachs von rund 20 Prozent wurde fast vollständig vernichtet. Mehr…

Bondmärkte : Verstärkten ETFs den Ausverkauf an den Anleihemärkten?

Viele Produkte sind deutlich stärker gefallen als die Indizes, die sie nachbilden sollen. Die Preisdifferenzen weisen auf Störungen am Anleihemarkt hin. Mehr… Von Jakob Blume

Mischfonds : Flossbach kauft Aktien, Skeptiker warten ab

Nach den Kursstürzen sehen bekannte Geldstrategen wie Bert Flossbach eine Chance für günstige Aktienkäufe. Einige Experten bleiben jedoch vorsichtig. Mehr… Von Ingo Narat

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Der weltgrößte Hedgefonds spekuliert mittlerweile bei zwölf Papieren aus dem deutschen Leitindex auf schwächere Notierungen. Bisher waren es acht Werte. Mehr… Von Jürgen Röder

Ratgeber-Dossier – Edition 2020 : Investieren in ETFs – Das müssen Sie als Anleger über Indexfonds wissen

Wie Indexfonds funktionieren, was ihre Vor- und Nachteile sind – und wie auch Privatanleger mit kleinem Geldbeutel investieren können. Ein Ratgeber. Mehr…

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Umfrage : Viele Frauen haben keine Ersparnisse

Frauen in Deutschland bestimmen laut einer Umfrage zwar oft bei persönlichen Finanzentscheidungen mit, haben aber zu einem Großteil keine eigenen Ersparnisse. Mehr… Von Anke Rezmer

Wann ist Pfingsten 2020?

Datum / Termin Pfingsten 2020 (Pfingstfeiertage)

Der Termin ist 9 Tage eher als 2020. Das genaue Datum sowie weiterer Feiertage wie Himmelfahrt und Fronleichnam ist:

21.05. Christi Himmelfahrt (Vatertag)

Pfingsten 2021 ist am 23. Mai 2021 (Pfingstsonntag) und damit 8 Tage eher als 2020.

Urlaub Pfingsten 2020 – Corona Update: Was nun?

In diesem Jahr ist wegen Corona alles anders. Eigentlich sind zu dieser Zeit neben der italienischen Adria, Mallorca, Kroatien und Österreich vor allem Deutschland , der Gardasee und die Kanaren beliebte Urlaubsziele. Doch ob überhaupt touristische Übernachtungen möglich bzw. erlaubt sein werden, das steht noch nicht fest.

Tipp 1: Mögliche Reiseziele Pfingsten 2020

Falls die Corona-Entwicklung es zulässt, könnten während der Pfingstferien evtl. touristische Übernachtungen erlaubt werden. Aus Gründen der medizinischen Versorgung und wegen diverser Ausgangssperren und Quarantäne Vorschriften in verschiedenen Ländern, sollte man sich bestenfalls nach einem Urlaub in Deutschland umsehen. Alternativ könnten wir uns vorstellen, dass ein Ferienhausurlaub in Dänemark oder Holland (Niederlande) oder ein Urlaub in Österreich möglich sein könnte. Flüge oder Flugreisen sollte man derzeit nicht für die Pfingstferien buchen. die Durchführung ist einfach zu unsicher.

Tipp 2: Mögliche Urlaubsangebote und Unterkünfte Pfingsten 2020

Falls trotz Corona-Einschränkungen Urlaub erlaubt wird könnten wir uns am ehesten Urlaub im Ferienhaus oder in einer Ferienwohnung vorstellen, da hier Social Distance recht gut eingehalten werden kann. Tolle Angebote gibt es hier, wobei man sich jedoch vorab erst informieren und mit der Buchung noch abwarten sollte, wegen möglicher Stornokosten.

Eine gute Idee ist auch der Urlaub in einem Ferienhaus in einem Landal Ferienpark, mitten in der Natur. Dort kann man aktuell sehr großzügig stornieren und (gegen Gutschein) problemlos auf einen späteren Zeitraum umbuchen.

Eine Alternative ist der Anbieter Center Parcs, bei dem die Storno- und Umbuchungsbedingungen jedoch nicht ganz so groГџzГјgig sind wie bei Landal.

Für einen Urlaub im Hotel empfehlen wir die Buchung über Hotelportale wie Hotels.com oder Booking.com. Dort sind ein Großteil der Unterkünfte kostenlos stornierbar, so dass man problemlos auf Corona-Einschränkungen reagieren kann.

Wann sind Pfingstferien 2020?

Die Pfingstferien 2020 sind in der Regel, wie auch die Osterferien, ungefähr eine Woche eher als die Schulferien im Jahr 2020.

Indexfonds (ETFs)

Einfach und günstig in Aktien anlegen: mit Indexfonds

Sara Zinnecker ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Nach ihrem Volontariat an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten schrieb sie beim Handelsblatt über Geldanlage und Altersvorsorge. Zuvor studierte Sara Zinnecker in Nürnberg, Italien und Portugal internationale Volkswirtschaftslehre mit Diplom-Abschluss, arbeitete bei Lokalzeitungen sowie der Süddeutschen Zeitung.

  • Mit Indexfonds (ETFs, Exchange Traded Funds) können Sie langfristig mit Aktien Vermögen aufbauen, und zwar einfach und günstig.
  • ETFs bilden Aktienlisten nach, sogenannte Indizes wie den Dax, S&P 500 oder den Weltaktienindex MSCI World. Mit einem ETF erzielen Sie genau so viel Rendite wie die breite Masse der Aktieninvestoren.
  • ETFs sind genauso sicher wie aktiv verwaltete Fonds: Geld, das Sie in ETFs investiert haben, ist Sondervermögen und bei Pleiten des ETF-Anbieters geschützt.
  • Eröffnen Sie ein Online-Depot. Eine gute Lösung für Konto, Kreditkarte und Depot gibt es bei DKB, Comdirect, Consorsbank. Besonders günstig handeln Sie bei Smartbroker, der Onvista Bank und Trade Republic.
  • Investieren Sie entweder einen größeren Betrag in ETF-Anteile oder sparen Sie monatlich mit einem ETF-Sparplan an.
  • Um langfristig Vermögen aufzubauen, investieren Sie in einen ETF, der Dividenden automatisch für Sie anlegt (thesauriert). So profitieren Sie vom Zinseszinseffekt.
  • Finanztip empfiehlt folgende weltweit ausgerichtete ETFs: iShares (IE00B4L5Y983), Source (IE00B60SX394) und Xtrackers (LU0274208692). In Klammern steht die Identifikationsnummer.

In diesem Ratgeber

Derzeit berührt das Thema Corona-Virus alle Lebensbereiche. Auch die Aktienbörsen haben in den vergangenen Wochen massiv an Wert verloren. Was Sie jetzt zur Geldanlage wissen sollten, lesen Sie in unserem Ratgeber zu Covid-19 und Geldanlage. Die Grundaussagen dieses Textes bleiben davon unberührt.

Sie liegen im Trend: börsengehandelte Indexfonds, auf Englisch „Exchange Traded Funds“ oder kurz: ETFs. Gemeint sind Fonds, die die Wertentwicklung bekannter Börsenindizes wie Dax oder S&P 500 nachempfinden. Allein an der Frankfurter Börse Xetra waren im August 2020 mehr als 1.300 ETFs verfügbar.

Mit ETFs ist es jedem Privatanleger möglich, die Geldanlage selbst in die Hand zu nehmen. Ein Online-Depot genügt, um sich einfach und günstig am Börsengeschehen zu beteiligen und langfristig Vermögen aufzubauen. Bereits heute steckt jeder siebte Euro, den die Deutschen in Fonds anlegen, in einem ETF.

Video: Ein Vermögen aufbauen mit Aktien in ETFs

Was sind ETFs und wie funktionieren sie?

Ein ETF ist ein Nachbau eines Börsenindex: Im einfachsten Fall nimmt eine Fondsgesellschaft das Geld der Anleger und kauft dafür all jene Wertpapiere, die im Index enthalten sind. Meist handelt es sich um Aktien oder Anleihen.

Nehmen wir als Beispiel den deutschen Aktienindex Dax: Dieser Index zeigt an, wie viel die 30 größten Unternehmen in Deutschland wert sind. Ein ETF, der den Dax abbildet, würde nun genau diese 30 Aktien nachkaufen – und sich dann genauso im Wert entwickeln wie der Dax.

Anleger investieren „in den Markt“

Ein Aktienindex fasst oft diejenigen Unternehmen zusammen, die an der Börse am meisten wert sind – also deren Börsenkurs multipliziert mit der Anzahl an Aktien den größten Betrag ergibt (Börsenwert). Das sind gleichzeitig die bei der breiten Masse an Investoren beliebtesten Unternehmen. Man spricht daher auch davon, dass ein Aktienindex „den Markt abbildet“.

Das Ziel eines ETF ist es, genau die Rendite zu erzielen, die der Index erzielt. Ein ETF versucht damit gerade nicht, durch gezielte Auswahl einzelner Aktien klüger und besser zu sein als die breite Masse der Investoren. Mit einem ETF können Sie einfach und günstig am Marktgeschehen teilhaben, Sie folgen der Mehrheit.

Welche Aktien im Index landen, wird mehrmals jährlich überprüft. Ändert sich die Zusammensetzung des Index, bessert auch der ETF nach.

ETFs sind unschlagbar günstig

Diese Strategie bringt ETFs einen großen Vorteil ein: Sie kosten deutlich weniger als Fonds, bei denen ein Fondsmanager Aktien einzeln aussucht (sogenannte aktive Fonds). Nicht nur zahlen Sie deutlich weniger bis gar keine Provision für die Vermittlung (den Kauf) von ETFs. Auch die laufenden Kosten machen im besten Fall nur ein Siebtel der Kosten aktiver Fonds aus. Im ETF bleibt also von Vornherein mehr von der eigentlichen Wertentwicklung erhalten.

Kosten-Unterschiede aktive und passive Fonds

passive Indexfonds aktive Aktienfonds
Anlageziel Nachbildung eines Referenzindex schlagen des Referenzindex
laufende Kosten etwa 0,2 bis 0,5 % pro Jahr etwa 1,5 % pro Jahr
Anschaffungskosten einmalig bis 0,25 % einmalig bis zu 5 %
Gewinnbeteiligung entfällt bis zu 20 % der Jahresrendite

Quellen: Anbieter (Stand: 18. August 2020)

Diverse Studien haben gezeigt, dass es nur die wenigsten aktiv gemanagten Fonds schaffen, auch nach Abzug aller Kosten dauerhaft besser abzuschneiden als die breite Masse. Auch darum empfiehlt Finanztip bei der Aktienanlage ausschließlich Exchange Traded Funds.

Wenn Sie noch detaillierter darüber lesen möchten, wie sich die einzelnen Kosten bei ETFs zusammensetzen, lesen Sie bitte weiter unten im Abschnitt Kosten weiter.

Unterschiedliche Bauarten von ETFs

Indexfonds gehen unterschiedlich an die Aufgabe heran, einen Aktienindex nachzuempfinden: Man unterscheidet zwei verschiedene Bauarten von ETFs. Auch die Art, wie Anleger an Unternehmensgewinnen (Dividenden) beteiligt werden, kann sich unterscheiden.

Physischer ETF – Kauft ein ETF einfach die Wertpapiere (Aktien) im Index nach, sprechen Fachleute von einem physisch replizierenden ETF. Sie sind bei Anlegern in der Regel sehr beliebt, weil sie verständlich und transparent daherkommen: Anleger wissen immer genau, in welche Wertpapiere sie gerade Geld investiert haben. Es kann auch vorkommen, dass ein ETF nicht alle Aktien tatsächlich kauft, sondern nur eine optimierte Auswahl (englisch optimized sampling).

Synthetischer ETF – Statt Aktien einzeln nachzukaufen, kann sich der ETF-Anbieter die gewünschte Wertentwicklung auch von einer Bank zusichern lassen. Im Gegenzug erhält die Bank einen Korb bekannter Aktien vom ETF-Anbieter. Dieser Tausch kann für beide Beteiligte am Ende günstiger sein.

Ausschüttender ETF – Erwirtschaftet ein Unternehmen einen Gewinn, wird dieser regelmäßig als sogenannte Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet. Stecken Aktien in einem Fonds, fließen die Dividenden erst an den Fonds. Er kann die Ausschüttungen dann gebündelt an die Anleger weitergeben. Das verringert den Wert, der im Fonds steckt. Dafür können Anleger mit den Dividenden zum Beispiel Steuern begleichen.

Wiederanlegender ETF – Ein ETF hat auch die Möglichkeit, die Dividenden dem Fondsvermögen gutzuschreiben. Man spricht dann von einem wiederanlegenden oder thesaurierenden ETF. Solche ETFs eignen sich für Anleger, die langfristig Vermögen aufbauen wollen. Denn auch die Dividenden profitieren von einer (positiven) Wertentwicklung, ähnlich wie beim Zinseszinseffekt.

Wenn Sie genauer verstehen wollen, wie sich physische und synthetische ETFs unterscheiden, lesen Sie unten weiter.

Welche ETFs empfiehlt Finanztip?

Finanztip-Berechnungen haben gezeigt, dass Anleger, die in der Vergangenheit beliebige 15 Jahre in einen weltweit ausgerichteten Aktien-Indexfonds investierten, niemals Geld verloren haben. Dahinter steckt, dass ein solcher ETF Verlustrisiken auf viele Schultern verteilt und dadurch ausgleicht.

Wir empfehlen Ihnen daher, langfristig in einen ETF zu investieren, der den globalen Aktienmarkt abdeckt und Dividenden wieder anlegt. Infrage kommen ETFs, die folgende Aktienindizes nachempfinden.

  • MSCI World: Er deckt die gut 1.600 größten Aktien der industrialisierten Welt ab.
  • MSCI All Countries World: Er bündelt mehr als 2.500 Aktien der industrialisierten Welt und aus Schwellenländern wie China, Indien und Brasilien ab.
  • Nachhaltige Indizes: Enthalten sind die Aktien eines globalen Index, die nachhaltig wirtschaften – also besondere Sorgfalt auf Umwelt, soziale Standards und Management legen.

2020 haben wir ETFs auf diese Indizes analysiert und können sechs Exchange Traded Funds verschiedener Anbieter empfehlen. Die ETFs legen Dividenden allesamt wieder im Fondsvermögen an. Sparer profitieren von einer Art Zinseszinseffekt. Die ETFs eignen sich für den langfristigen Vermögensaufbau.

Diese ETFs empfiehlt Finanztip

nachhaltige Indizes 1

ETFs iShares (ISIN: IE00B4L5Y983) SPDR (ISIN: IE00B44Z5B48)

iShares (ISIN: IE00B57X3V84)

Source (ISIN: IE00B60SX394)

iShares (ISIN: IE00B6R52259)

1 Bei den nachhaltigen Indizes gibt es derzeit nur zwei ETFs, die infrage kommen. Der genannte iShares, der Dividenden wieder im Fondsvermögen anlegt und den etwas breiter gefassten Dow Jones Sustainability Index World Enlarged mit etwa 600 Aktien abbildet und einen ETF der Marke UBS (ISIN: LU0629459743), der den nachhaltigen MSCI World it rund 400 Aktien abbildet. Der ETF von der UBS schüttet allerdings Dividenden aus. Mehr dazu im Ratgeber nachhaltige Geldanlagen.
Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: Dezember 2020)

Wer hinter den ETFs steckt

ETFs werden in der Regel von Banken und speziellen Fondsgesellschaften aufgelegt. In Europa am größten sind ETF der Marke iShares, die zum US-Vermögensverwalter Blackrock gehören. Es folgen ETFs der Marke Xtrackers, die über die Fondsgesellschaft DWS mehrheitlich zur Deutschen Bank gehört, und ETFs der Marke Lyxor, die zur französischen Société Générale gehören.

Im deutschsprachigen Raum ist die ETF-Marke Comstage bekannt, die ursprünglich zur Commerzbank gehörte. Im Herbst 2020 übernahm die Société Générale Comstage. Ab Mitte November 2020 wird die Comstage-Webseite auf Lyxor umgeleitet. Voraussichtlich im zweiten Quartal 2020 werden die ETFs angepasst, das heißt, Comstage-ETFs werden dann unter dem Namen Lyxor firmieren. Zum jetzigen Stand hat die Umstellung für Sparer aber keine Nachteile. Britische ETF-Anbieter sind SPDR (sprich: Spider) und Source.

Kriterien für die Finanztip ETF-Empfehlung

Ausschlaggebend für unsere Empfehlung war, dass es den ETF schon mehr als fünf Jahre an der Börse zu kaufen gibt, mehr als 100 Millionen Euro Anlegergeld investiert sind und wichtige Anlegerinformationen zum Produkt auf Deutsch zur Verfügung stehen.

Ein gewisses Alter eines ETF muss sein, um prüfen zu können, ob der ETF die Wertentwicklung des zugrundeliegenden Index auch wirklich getroffen hat. Ein gewisses Anlagevolumen ist nötig, um nicht zu riskieren, dass der ETF-Anbieter den Indexfonds wieder vom Markt nimmt, weil er sich nicht lohnt.

Die laufenden Kosten eines ETF sind dagegen kein Empfehlungskriterium. Denn Finanztip-Berechnungen über die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass ETFs mit niedrigeren laufenden Kosten nicht systematisch jedes Jahr mehr Rendite erzielt haben als teurere ETFs.

Manche ETFs verleihen zum Beispiel einen Teil der Aktien kurzfristig an andere Banken, was zusätzlichen Gewinn einbringt. Oder sie schaffen es, sich mehr Quellensteuer erstatten zu lassen. Dafür lohnen im Zweifel die höheren Kosten.

Am Ende kommt es darauf an, dass der ETF nach Kosten nah an die Wertentwicklung des sogenannten Netto-Index herankommt. Dies schaffen alle der von uns empfohlenen ETFs. Der Nettoindex nimmt den Wert aller Aktien, zieht Quellensteuern davon ab und addiert Dividenden.

Melden Sie sich jetzt zum kostenlosen Video-Online-Kurs und erfahren Sie in kurzen Videos alles zum Thema Geldanlage.

Wo und wie können Sie ETFs kaufen?

Möchten Sie ETFs kaufen und anschließend verwahren, müssen Sie nicht extra zur Filialbank gehen. Die Gebühren, die die Banken häufig für das Wertpapierdepot verlangen, können Sie sich sparen. Eröffnen Sie stattdessen ein kostenloses Online-Depot bei einer Direktbank oder einem Wertpapierhändler im Internet (Online-Broker).

Wir empfehlen Ihnen entweder Depots, bei denen Sie ETFs sehr günstig kaufen und verkaufen können, oder besonders praktische Depots. Aus 15 kostenlosen Depots haben wir im Mai 2020 die besten herausgefiltert.

Mehr dazu im Ratgeber Wertpapierdepot

  • Mit dem richtigen Wertpapierdepot zahlen Sie wenig fürs Kaufen und Verkaufen von Aktienfonds (ETFs).
  • Finanztip-Empfehlungen: Als Kombiangebot aus Depot, Girokonto und Kreditkarte haben am besten abgeschnitten: DKB, Comdirect und Consorsbank. Die günstigsten Anbieter sind: Smartbroker, Onvista-Bank und Trade Republic.

ETFs ordern leicht gemacht

Haben Sie das Depot eröffnet und sich entschieden, in welchen Aktienindex Sie investieren möchten, haben Sie es fast geschafft. Sie brauchen nun lediglich die Wertpapier-Identifikationsnummer (ISIN) oder die Kennnummer (WKN) in die Suchfunktion Ihres Depots eingeben und einige wenige einfache Schritte befolgen. Die Nummer finden Sie immer bei unseren ETF-Empfehlungen in Klammern.

Wie Sie genau vorgehen, um ETFs tatsächlich zu erwerben, haben wir Ihnen im Detail im Ratgeber Aktien kaufen zusammengestellt.

Ausstiegszeitpunkt entscheidend

Grundsätzlich haben Sie die Wahl, eine größere Summe auf einmal zu investieren oder zum Beispiel monatlich oder vierteljährlich in kleineren Raten in einem ETF-Sparplan anzusparen. Dabei ist es gar nicht so entscheidend, wann Sie zu sparen beginnen: Hauptsache, Sie bleiben langfristig dabei. Wichtiger ist dagegen der Ausstiegszeitpunkt.

Wissen Sie zum Beispiel, dass Sie in fünf Jahren Ihr ETF-Erspartes benötigen, sollten Sie nicht darauf vertrauen, dass die Börsenkurse genau zu diesem Zeitpunkt hoch stehen. Stattdessen empfiehlt es sich, Ihr ETF-Vermögen schrittweise zu reduzieren – also ETF-Anteile zu verkaufen – und das freiwerdende Geld auf einem gut verzinsten Tagesgeldkonto zu parken. Wie so etwas aussehen kann, erklären wir genauer im Ratgeber Geldanlage.

Mehr dazu im Ratgeber ETF-Sparplan

    Legen Sie regelmäßig kleine Beträge in günstigen Aktien-Indexfonds (ETFs) an und bauen Sie langfristig Vermögen auf.

ETFs als dritter Baustein der Geldanlage

Finanztip empfiehlt ETF-Sparen im Rahmen der Geldanlage neben einem guten Tagesgeld und Festgeld. Wie viel Sie jeweils investieren, hängt von Ihrem Budget und Ihrem Risikoempfinden ab. Möchten Sie dazu mehr wissen, können Sie sich die unterschiedlichen Musterportfolios ansehen, die wir im Ratgeber Geldanlage durchgerechnet haben.

Beim renditeorientierten Portfolio nehmen wir zum Beispiel an, dass Sparer etwa 20 Prozent ihres Ersparten auf einem Tagesgeldkonto parken, um flüssig zu sein, wenn dringende Anschaffungen anstehen. Die restlichen 80 Prozent investieren sie in weltweit ausgerichtete Exchange Traded Funds. Ein solches Portfolio hat in der Vergangenheit über beliebige 15 Jahre niemals Verlust erzielt.

Wie sicher sind ETFs?

Grundsätzlich gilt für jeden Fonds und auch für ETFs: Geld, das in Fondsanteilen steckt, ist Sondervermögen und geschützt. Sie müssen sich also nicht sorgen: Sollte Ihr ETF-Anbieter pleitegehen, gehören Ihnen Ihre Fondsanteile weiterhin.

Im Detail schreibt das Gesetz vor, dass Fondsgesellschaften das Geld ihrer Kunden (deren Fondsanteile) getrennt vom Unternehmensvermögen aufbewahren müssen. Sie hinterlegen diese in der Regel bei unabhängigen Depotbanken. Bei den ETF-Anbietern Xtrackers und iShares ist das zum Beispiel die State Street Bank in Luxemburg beziehungsweise Irland, beim ETF-Anbieter Comstage die BNP Paribas.

Das verhindert, dass das Anlegervermögen bei einer Pleite der Fondsgesellschaft mit in die Konkursmasse fällt und daraus Ansprüche von Gläubigern bedient werden. Die Depotbank ist anschließend verpflichtet, die Verwaltung des ETF zu übernehmen – entweder dauerhaft oder so lange, bis ein anderer ETF-Anbieter die Fondsanteile aufkauft.

Sollte nicht die Fondsgesellschaft, sondern diese Depotbankinsolvent sein ist gesetzlich vorgeschrieben, dass Fondsanteile an einen anderen Treuhänder übergehen, der dann als neue Verwahrstelle dient. Ein solcher Vorfall sollte Ihnen keinen Nachteil bringen.

Falls Ihre Onlinebank oder Ihr Broker, bei dem Sie Ihr persönliches Wertpapierdepot führen, ausfallen sollte, besteht ebenfalls kein Grund zur Panik. Ein Treuhänder würde Ihr Depot übernehmen und als neuer Ansprechpartner dienen.

Sind physische ETFs sicherer als synthetische?

Viele Anleger können sich besser vorstellen, dass ein ETF-Anbieter Indexaktien einfach nachkauft (physisch repliziert) – und halten dieses Vorgehen darum für sicherer. Hingegen lassen sich die Aktien-Tauschgeschäfte bei synthetischen Fonds nur schwer nachvollziehen. Manche fürchten, bei einer Pleite des ETF-Anbieters nicht den vollen Indexwert zurückzubekommen.

Am Ende ist das Risiko, im Falle einer Insolvenz eines Beteiligten (ETF-Anbieter, Bank als Tauschpartner) Geld zu verlieren, bei beiden ETF-Arten sehr gering – und sehr theoretisch. Im Detail:

Beispiel: Physischer ETF – Der ETF-Anbieter kauft nicht immer alle im Index enthaltenen Aktien an. Bei breit gestreuten Indizes, wie etwa dem MSCI World, hält der ETF-Anbieter eine optimierte Auswahl von Aktien, die ausreichen, um die Wertentwicklung des Index hinreichend gut abzubilden (auf Englisch: optimized sampling). Gleichzeitig verleiht der ETF-Anbieter Teile seines Aktienbestands an andere Marktteilnehmer, zum Beispiel Wertpapierhändler oder Investmentbanken, die kurzfristig Aktien benötigen. So verdient der ETF ein wenig hinzu und kann mehr Rendite für Anleger rausholen.

Die Wertpapierleihe selbst ist besichert und streng reguliert. So muss ein Händler, der sich vom ETF-Anbieter Aktien ausleiht, dafür Sicherheiten, zum Beispiel Staatsanleihen, hinterlegen. In der Regel wird dann am Ende jedes Handelstages überprüft, ob die hinterlegten Staatsanleihen noch dem Wert der Aktien entsprechen. Tun sie das nicht, muss der Wertpapierhändler Sicherheiten nachschießen. So soll gewährleistet sein, dass der Wert des ETFs sich trotz Wertpapierleihe jederzeit nah am Indexwert bewegt.

Beispiel: Synthetischer ETF – ETF-Anbieter A lässt sich vom Swap-Partner Bank B die Wertentwicklung des Weltaktienindex MSCI World zusichern. A baut im Gegenzug ein sogenanntes Trägerportfolio mit einigen bekannten, häufig gehandelten Aktien auf und sichert diese Wertentwicklung wiederum Bank B zu. Unterschiedliche Wertentwicklungen gleichen die Partner regelmäßig aus. Ein Problem könnte dann entstehen, wenn Bank B insolvent würde und die Wertentwicklung des MSCI World nicht mehr wie vereinbart an ETF-Anbieter A liefern könnte.

Dann müsste ETF-Anbieter A auf das eigene Aktien-Portfolio zurückgreifen und dieses zu Geld machen. Sollte der Aktienkorb weniger wert sein als der MSCI World, müsste Anbieter A die von Bank B zu diesem Zweck hinterlegten Sicherheiten – in der Regel Staatsanleihen oder Bargeldbestände – anzapfen und sie verkaufen. In Europa ist streng reguliert, dass Differenzen im Wert der beiden Portfolios, der sogenannte Swap-Wert, stets besichert sein müssen. Seit März 2020 sogar zu 100 Prozent. Der Swap-Wert wird täglich bestimmt und Sicherheiten nachgezogen.

So unterscheiden sich physische und synthetische ETFs

physisch replizierende ETFs synthetische ETFs
Der ETF hält nahezu alle Aktien, die im Originalindex vertreten sind (optimized sampling). Der ETF-Anbieter lässt sich Indexentwicklung über ein Tauschgeschäft (Swap) von einer Bank zusichern. Er selbst baut ein Trägerportfolio mit Aktien großer Unternehmen auf.
Um mehr Einnahmen zu erzielen, verleiht der ETF-Anbieter Aktien am Kapitalmarkt. ETF-Anbieter nutzen Tauschgeschäfte, weil sie so die Entwicklung des Index kostengünstiger nachbilden können.
Die Wertpapierleihe ist besichert und wird in der Regel täglich ausgeglichen. Die Tauschgeschäfte sind besichert. Im Falle einer Insolvenz der Bank wird das Trägerportfolio des ETF-Anbieters und Sicherheiten der Bank – meist Staatsanleihen – liquidiert.

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 15. August 2020)

Hinweis: Beide ETF-Typen sind – wie jeder andere Aktienfonds auch – grundsätzlich dem Risiko am Aktienmarkt ausgesetzt. Müssten im Fonds befindliche Aktien verkauft werden, bekommen Anleger immer nur das Geld, das diese Aktien dann am Markt wert sind.

Sind ETFs riskanter als aktive Investmentfonds?

Je populärer ETFs werden, umso mehr kritische Stimmen melden sich zu Wort. Häufig taucht etwa die Frage auf, ob es riskanter ist, in ETFs statt in traditionelle Aktienfonds anzulegen. Um es vorweg zu nehmen: Wenn Sie in einen ETF investieren, der nicht etwa einen Nischenmarkt nachzeichnet, sondern einen bekannten, großen Aktienindex, haben Sie nichts zu befürchten.

Dies sind die wichtigsten Kritikpunkte und unsere Antwort dazu:

ETFs verstärken mit ihrer Marktmacht den Abschwung

Wenn Anleger im Zuge eines Abschwungs Geld abziehen, müssen ETFs Aktien verkaufen. Das stimmt. Allerdings gilt das für aktiv gemanagte Fonds genauso. Schuld daran, dass sich ein Abschwung verstärkt, sind weniger die Fonds, sondern vielmehr das „prozyklische“ Verhalten vieler Anleger, bei Panik zu verkaufen. Daher der Appell: Bleiben Sie ruhig und investieren Sie langfristig!

ETFs halten zu wenig Cash. In einer Abwärtsphase wird man seine Anteile nicht los.

ETFs halten in der Regel weniger Barreserven als aktiv gemanagte Fonds. Dass die im Auftrag der ETF-Fondsgesellschaft eingesetzten speziellen ETF-Händler (Market Maker) Anlegern ihre ETF-Anteile nicht abnehmen können, ist dennoch eher unwahrscheinlich. Dazu könnte es nur kommen, wenn der ETF in illiquiden Nischenmärkten investiert ist, in denen kaum jemand handelt. Die ETF-Gesellschaft würde dann die Aktien, die dem ETF hinterlegt sind, am Markt gar nicht oder nur zu sehr schlechten Preisen loswerden. Setzt ein ETF auf die größten Aktienindizes der Welt, ist dies nicht zu befürchten.

ETFs auf den MSCI World sind riskant, weil sie auf Dollar lauten

Einige der ETFs auf den MSCI World lauten, wie der Index selbst, auf US-Dollar. Gegenüber dem Euro besteht ein Währungsrisiko und zwar in dem Sinn, dass ein Euro-Anleger möglicherweise nicht vollständig von einer positiven Wertentwicklung des Dollar-ETFs profitieren kann. Er muss immer dann „Abschläge“ hinnehmen, wenn parallel zur (positiven) Wertentwicklung des Index der Euro aufgewertet hat.

Allerdings fallen über längere Zeiträume die Wechselkursänderungen aller Erfahrung nach nicht so stark ins Gewicht. Anleger sollten außerdem auf die breite Streuung der Anlagen Wert legen. Dies schafft kein Index besser als der MSCI World, der 1.600 Einzeltitel aus 23 Ländern bündelt. Unsere Berechnungen zeigen: Auch ein nachträglich in Euro umgerechneter Weltaktienindex hat seinen Wert über die vergangenen 45 Jahre jedes Jahr durchschnittlich um gut 7 Prozent gesteigert.

In unserem Blogbeitrag haben wir weitere Kritikpunkte an ETFs analysiert.

Wie setzen sich die Kosten bei ETFs zusammen?

Anleger, die sich genauer für die Kosten von ETFs interessieren, können im Wertpapierprospekt oder auf den Übersichtsseiten im Internet die sogenannte Total Expense Ratio (TER) anschauen. Sie drückt aus, wie viel Prozentpunkte die Kosten die jährliche Rendite mindern – und wird daher auch Gesamtkostenquote oder Effektivkostenquote genannt.

Die TER umfasst die pauschalen Gebühren, die beim ETF für Verwaltung, Depotbank und das Erstellen von Anlegerinformationen anfallen. Dazu kommen die Mehrwertsteuer und andere kleinere Gebühren. ETF-Anbieter schätzen die TER und ziehen sie in der Regel monatlich oder vierteljährlich vom Fondsvermögen ab. Bei ETFs liegt die TER meist zwischen 0,1 und 0,5 Prozent pro Jahr.

Nicht enthalten in der TER sind Transaktionskosten, die der Fonds beim An- und Verkauf von Wertpapieren bezahlen muss. Die tatsächlichen Kosten des ETFs liegen also immer etwas über der TER, die für das zurückliegende Geschäftsjahr ermittelt wird.

Was müssen Sie bei der Steuer beachten?

Wie genau bestimmte ETFs besteuert werden, war bis einschließlich 2020 noch ein Kriterium für die Auswahl bestimmter ETF-Typen. Bisweilen war es nötig, mühsam händisch Angaben in die Steuererklärung nachzutragen. Seit 2020 haben Sie es deutlich einfacher.

Denn seither ist das neue Gesetz zur Investmentbesteuerung in Kraft. Erstmals für das Kalenderjahr 2020 werden alle Investmentfonds (Publikumsfonds) nach derselben Logik mit Abgeltungssteuer belegt. Es kommt nicht länger darauf an, in welchem Land ein Fonds aufgelegt ist und ob er Dividenden ausschüttet oder mit anspart.

Nach einer bestimmten Formel ermittelt Ihre Depotbank eine jährliche Bemessungsgrundlage für die Abgeltungssteuer in Höhe von gut 25 Prozent. Die Steuer wird direkt einbehalten, es sei denn, Sie stellen einen entsprechenden Freistellungsauftrag bei Ihrer Depotbank. Kapitalerträge sind bis 801 Euro bei einzeln Veranlagten und bis zu 1.602 Euro bei gemeinsam Veranlagten steuerfrei.

Wie die neue Besteuerung genau funktioniert, lesen Sie in unserem Ratgeber zum Investmentsteuerreformgesetz.

Mehr zu den Finanztip ETF-Empfehlungen lesen Sie in den Ratgebern ETF-Vergleich, MSCI ACWI und nachhaltige Geldanlagen.

Die heißesten DAX-Aktien für 2020: Fünf Werte im Blick

WKN: 823212 ISIN: DE0008232125 Lufthansa AG

Dividendenrenditen von vier Prozent und mehr, selbst in soliden Standardwerten, sprechen für sich. Damit könnte auch 2020 zu einem glorreichen Börsenjahr erwachsen – wenn auch mit ebenso hohen Schwankungen wie im Vorjahr. Wir stellen fünf interessante Einzelwerte aus dem Deutschen Aktienindex (DAX) vor. Dabei überzeugen aber nicht alle Titel auf der Long-Seite.

Deutscher Aktienindex (DAX): Besser als viele Anleger glauben

Nach dem kräftigen Kursplus im Jahresverlauf 2020 konsolidiert der DAX seit Oktober 2020. Dabei sind es im Wesentlichen zwei Kursmarken, die im Fokus der Anleger stehen: Das bisherige Allzeithoch bei 13.597 Punkten als Widerstand, sowie die 12.800er-Marke als Unterstützung. Diese Konsolidierung (Seitwärtstrend) aber gereicht dem langfristigen Aufwärtstrend des DAX keinesfalls zum Nachteil. Im Gegenteil: Diese Seitwärtsphase hilft, einer überkauften Marktsituation vorzubeugen. Ob ein Markt überkauft ist, lässt sich etwa am prozentualen Abstand zwischen gleitendem Durchschnitt und aktuellem Indexstand messen.

Die Grafik unterhalb des abgebildeten Wochencharts zeigt den prozentualen Abstand zwischen 200-Tagelinie und dem DAX-Stand. Je größer dieser Abstand, desto überkaufter (roter Bereich) / überverkaufter (grüner Bereich) gilt der DAX. Mit einem prozentualen Abstand zwischen gleitendem Durchschnitt und DAX-Stand von derzeit 5,2 Prozent bewegt sich dieser Indikator auf neutralem Gebiet. Damit kann beim DAX derzeit, im mittelfristigen Zeitfenster, von keiner Kursübertreibung gesprochen werden. Die Chance auf einen erfolgreichen DAX-Jahresverlauf steht damit gut.

Hinweis in eigener Sache: Börse Online veröffentlicht börsentäglich eine aktuelle Analyse zum DAX unter kurz- und mittelfristiger Betrachtung. Diese tägliche Analyse ist unter dem nachfolgenden Link frei zugänglich: Die aktuelle DAX-Chartanalyse

Die Guten: Charttechnisch aussichtsreiche Aktien im DAX

Wenden wir uns drei Einzelwerten zu, die charttechnisch auf der Long-Seite gefallen:

Adidas:
Kurs am 7. Januar 2020: 293,55 Euro
Performance 2020: +59%
Nächster mittelfristiger Widerstand: 297 Euro
Nächste mittelfristige Unterstützung: 270 Euro

Auf den ersten Blick mag der Aktienkurs von Adidas etwas träge anmuten – doch der Reiz liegt, wie so oft, im Detail. Die Notierung von Adidas bewegt sich zu Jahresbeginn nämlich nahe ihres bisherigen Allzeithochs. Dieses lag bei 297 Euro. Mit aktuellen Kursen um 293,55 Euro trennen dem Titel damit nur noch knapp 1,2 Prozent bis zu neuen Höchstständen. Die Adidas-Aktie präsentiert sich damit gut in Form. Die 200-Tagelinie strebt aufwärts und unterstreicht damit das positive Trendverhalten. Die mehrmonatige Seitwärtsbewegung zwischen 264 Euro und 297 Euro bewirkte, dass sich die zuvor überkaufte Marktsituation vom Frühsommer 2020 auf ein wieder gesundes Maß reduziert hat (siehe Grafik unterhalb des Charts). Der Aktienkurs von Adidas sollte nun genug Potenzial besitzen, um einen neuerlichen Sprung nach oben erfolgreich zu meistern.

Achtung: Das Allzeithoch bei 297 Euro stellt einen bedeutsamen Widerstand nach oben dar! Sollte dieser durchbrochen werden, so wäre das ein starkes Kaufsignal. Denn charttechnische Widerstände gäbe es dann keine mehr. Wer auf Nummer Sicher gehen will, wartet einen Ausbruch über die 300er-Marke ab. Das nachfolgende Kursziel würden wir im Falle eines erfolgreichen Ausbruchs im Bereich um 345 / 360 Euro (+15% / +20%) veranschlagen. Andererseits zeigt sich die Notierung im Bereich ihrer 200-Tagelinie (aktuell bei 264,72 Euro verlaufend) als solide unterstützt.

Deutsche Bank
Kurs am 7. Januar 2020: 7,29 Euro
Performance 2020: -1%
Nächster mittelfristiger Widerstand: 7,75 Euro
Nächste mittelfristige Unterstützung: 6,20 Euro

Der Auftakt ins neue Jahr ist geglückt: Der Aktienkurs der Deutsche Bank AG ging am ersten Handelstag des neuen Jahres mit einem Plus von fünf Prozent an den Start. Dass der Titel seine Gewinne vom 2. Januar zwischenzeitlich wieder hergeben musste, sollte Anleger nicht verstimmen – der Chart hat auch gute Seiten: Die Notierungen der Deutschen Bank befinden sich nämlich inmitten einer langfristigen Bodenbildung, die im vergangenen August bei 5,77 Euro ihren Anfang nahm. Entsteht hieraus etwa eine große Trendwende nach oben?

Der abgebildete Wochenchart zeigt die 200-Tagelinie. Diese fällt bereits seit 2020 und legt damit Zeugnis ab vom nachhaltigen Abwärtstrend des Papiers. Nun aber wurde der Fall dieses gleitenden Durchschnitts beendet und eine Aktie der Deutschen Bank kostet wieder mehr als im Durchschnitt der vergangenen 200 Handelstage. Das ist sehr positiv zu bewerten. Kritisch stimmt jedoch die leicht überkaufte Marktsituation – siehe Grafik unterhalb des Aktiencharts. Die dort abgebildete Kurve misst den prozentualen Abstand zwischen 200-Tagelinie und dem Aktienkurs.

Der Crash der Deutsche-Bank-Aktie in den vergangenen Jahren ist beinahe schon beispielslos. Im aktuellen Kurs ist noch immer sehr viel Unheil eingepreist. Möglicherweise könnten die Anleger jetzt, zu Jahresbeginn, Mut und Hoffnung schöpfen auf bessere Zeiten. Hat der kräftige Kurssprung vom 2. Januar etwa einen Neubeginn eingeläutet? Die Chance auf eine nachhaltige Trendwende bei den Aktien der Deutschen Bank erscheint größer denn je. Ein Sprung über die Marke von 7,75 Euro wäre ein Kaufsignal. Ein neuerlicher Fall unter die 200-Tagelinie bei 6,84 Euro wäre indes negativ zu bewerten. Dann müsste ein weiterer Kurseinbruch bis 6,20 Euro – dem Tiefkurs vom Oktober – einkalkuliert werden.

Vonovia
Kurs am 7. Januar 2020: 48,60 Euro
Performance 2020: +21%
Nächster mittelfristiger Widerstand: 48,95 Euro
Nächste mittelfristige Unterstützung: 45,76 Euro

Anleger aufgepasst: Dem Aktienkurs von Vonovia trennen nur noch wenige Euro-Cent von seinem bisherigen Allzeithoch. Dieses liegt bei 48,95 Euro und wurde im vergangenen Oktober markiert. Ein Ausbruch nach oben würde ein starkes Kaufsignal nach sich ziehen. Die Titel befinden sich seit vergangenem Herbst in einem Seitwärtstrend, der durch die Schlüsselmarken 48,95 Euro (Widerstand) und 45,76 Euro (Unterstützung) gebildet wird. Die 200-Tagelinie strebt zielführend nach oben und verstärkt mit ihrem Verlauf den beschriebenen Unterstützungsbereich um 45,76 Euro.

Auch wenn die Titel nach dem jüngsten Kurssprung als leicht überkauft gelten, so überzeugen die Papiere langfristig dennoch auf der Long-Seite. Ein signifikanter Ausbruch nach oben sollte Luft für neue Höhenflüge schaffen. Unser nachfolgendes und langfristiges Kursziel sähen wir anschließend im Bereich um 58 / 60 Euro. Sprich: Wir können uns ein Kurspotenzial von rund 20 Prozent vorstellen.

Unter dieser Betrachtung wäre selbst eine weitere Konsolidierung im Bereich des bisherigen Allzeithochs nicht wirklich schlimm, sondern würde vielmehr die derzeit leicht überkaufte Marktsituation weiter entspannen. Die Vonovia SE – vormals: Deutsche Annington – ist ein Immobilien-Unternehmen, welches sich auf die Verwaltung von privaten Wohnungen spezialisiert hat.

Die Kritischen: Charttechnisch angeschlagene Aktien im DAX

Bei aller Euphorie über die Ausgangslage im DAX: Einige Titel dürften sich im Jahresverlauf mit einer positiven Outperformance schwer tun und könnten im Falle neuerlicher Kursverwerfungen schnell unter Verkaufsdruck geraten. Wir stellen zwei Titel vor, die charttechnisch kritisch einzustufen sind.

Dt. Lufthansa
Kurs am 7. Januar 2020: 15,53 Euro
Performance 2020: -17%
Nächster mittelfristiger Widerstand: 16,56 Euro
Nächste mittelfristige Unterstützung: 15,34 Euro

Die Papiere der Deutschen Lufthansa fliegen sehr schwach ins neue Jahr und setzen damit die Kursturbulenzen des Vorjahres fort – im abgelaufenen Jahr hat der Kurs der Lufthansa-Aktie 17 Prozent an Wert verloren und gehörte damit zu den schlechtesten Titeln im DAX – ein Steigflug sieht anders aus. Der Kurseinbruch des Vorjahres spiegelt sich im abgebildeten Wochenchart wider. Die 200-Tagelinie (derzeit bei 16,56 Euro verlaufend) fällt bereits seit Mitte 2020 mit zunehmender Intensität. Zu Jahresbeginn wurde dann noch eine mittelfristige Aufwärtstrendlinie nach unten durchbrochen – ein weiteres Verkaufssignal.

Der fallende Verlauf des gleitenden Durchschnitts lastet zusätzlich auf den Kursen der Lufthansa-Aktie und hält diese in Schach. Die Kursentwicklung vom Herbst legt eindrucksvoll Zeugnis davon ab und unterstreicht einmal mehr die Bedeutung der 200-Tagelinie als Unterstützung / Widerstand. Dabei gilt: Solange die 200-Tagelinie fällt, solange gilt diese grundsätzlich als Hürde nach oben, sofern die Kurse unterhalb des gleitenden Durchschnitts notieren.

Eine kritische Ausgangslage im Chartbild, potenziell steigende Ölpreise und politische Spannungen im Nahen Osten: All das dürfte einem schnellen Auftrieb des Lufthansa-Kurses im Wege stehen. Entscheidend wäre jetzt, dass sich die Notierungen im Bereich um 15,34 Euro stabilisieren. Am 6. Januar lagen die Notierungen zeitweilig bereits darunter. Würde diese Kursmarke verletzt werden, so müsste ein weiterer Sturzflug bis in den Bereich um 13,70 / 14,00 Euro einkalkuliert werden.

Continental
Kurs am 7. Januar 2020: 113,78 Euro
Performance 2020: -5%
Nächster mittelfristiger Widerstand: 125,00 Euro
Nächste mittelfristige Unterstützung: 103,62 Euro
Die Autowerte hatten es im abgelaufenen Jahr nicht einfach. Die Continental AG, als international führender Reifenhersteller, bekommt das zu spüren. Mit einer Performance von minus fünf Prozent im Vorjahr gehören die Papiere, gemeinsam mit jenen der Deutschen Lufthansa AG, zu den schlechtesten DAX-Werten. Wie im Falle der Lufthansa, so gilt auch beim Kursverlauf der Continental AG die fallende 200-Tagelinie (bei derzeit 125 Euro verlaufend) als harter Widerstand. Doch selbst wenn dieses Kursniveau zurückerobert werden sollte, so stünde mit der 133,10er-Linie bereits eine weitere Hürde nach oben auf der Agenda.

Stagnierende Zahlen bei den Autoverkäufen, Strafzölle, politische Spannungen im Nahen Osten mit potenziell steigenden Ölpreisen: Auf den Continental-Kurs lastet derzeit mehr als nur der fallende gleitende Durchschnitt. Chartisten haben jetzt die Kursmarke von 109,94 Euro im Auge – ein Durchbruch nach unten wäre als Verkaufssignal zu bewerten mit einem nachfolgenden Kursziel von dann 103,62 Euro. Notierungen unterhalb davon würde eine Continental-Aktie wieder auf ihr Preisniveau von 2020 drücken. Ein Szenario, welches im Falle etwaiger Marktverwerfungen schnell eintreten könnte.

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