Technische Analyse

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Contents

Technische Analyse 2020

Inhaltsverzeichnis:

Grundannahmen der technischen Analyse
Bei der technischen Analyse werden Aktien anhand von Mengen- und Preisinformationen bewertet. Bei der technischen Analyse wird Folgendes vorausgesetzt:

  • Der Marktwert des Vermögenswerts spiegelt das Angebot und die Nachfrage des Vermögenswerts wider.
  • Angebot und Nachfrage werden durch rationale Faktoren wie Daten- und Wirtschaftsanalysen sowie irrationale Faktoren wie Schätzungen bestimmt.
  • Märkte und einzelne Aktien bewegen sich aufgrund von Trends zusammen.
  • Verschiebungen in Angebot und Nachfrage werden die Trends auf dem Markt verschieben und können auf dem Markt erkannt werden.

Wenn das Konzept der technischen Analyse neu für Sie ist, lesen Sie unbedingt unser Tutorial zur technischen Analyse.

Technische vs. fundamentale Analyse
Der Hauptunterschied zwischen technischer Analyse und Fundamentalanalyse ist die Verwendung von Abschlüssen zur Bewertung von Aktien. Technische Analyse ist die Praxis der Bewertung von Aktien anhand früherer Mengen- und Preisinformationen. Die technische Analyse kombiniert sowohl die Verwendung vergangener Informationen (wie die Aktien zuvor reagiert haben) als auch das Gefühl (wie der Markt den Namen bewegt), um ein Wertpapier zu bewerten.

Die Fundamentalanalyse ist jedoch formaler. Fundamentalanalysten prüfen die Abschlüsse eines Unternehmens und erstellen Kennzahlen wie den Kurs-Buchwert und den Unternehmenswert bis zum EBITDA zur Bewertung eines Wertpapiers.

Vorteile der technischen Analyse:

  • Die technische Analyse ist leicht verständlich und kann relativ schnell durchgeführt werden, insbesondere mit Hilfe einer der vielen Arten von Chart-Software.
  • Die technische Analyse beruht nicht auf der Verwendung von Abschlüssen zu Bewertungszwecken.
  • Anstelle einer strengen fundamentalen Bewertung berücksichtigt die technische Analyse das „Gefühl“ des Marktes, das subjektiv ist.

Herausforderungen an die technische Analyse:

  • Die Vergangenheit ist nicht immer ein Hinweis auf zukünftige Ergebnisse, die die Gültigkeit der technischen Analyse in Frage stellen.
  • Die technische Analyse verstößt gegen die Prämisse von EMH, weil EMH-Gläubige davon ausgehen, dass Preisanpassungen zu schnell geschehen, um profitabel zu sein.

Herausforderungen an die technische Analyse Handelsregeln

  • Die technische Analyse ist subjektiv und kann nicht für konsistente Entscheidungen verwendet werden.
  • Signale, die eine Aktion in der technischen Analyse anzeigen, können sich mit der Zeit ändern.

Technische Indikatoren sind wie folgt kategorisiert:

1. Gegensätzliche Meinung
Trader, die dieser Art von Analyse folgen, betrachten die Mehrheit als inkorrekt und wählen die entgegengesetzte Richtung. Es gibt viele Indikatoren, die befolgt werden können:

  • Kassapositionen des Investmentfonds – da ein Investmentfonds einen Teil seines Vermögens als Barmittel hält, überwachen die Händler Barpositionen von Investmentfonds (monatlich gemeldet) und handeln dementsprechend gegen sie.Für einen Händler wäre eine große Barposition in einem Investmentfonds eine Indikation zum Kauf (Investmentfonds sind bärisch, daher wäre der Händler bullisch).
  • Anlageberatungsmeinungen – Für einen Händler würde eine große Anzahl von bärischen Anlageberatungsmeinungen darauf hindeuten, dass es an der Zeit war, zu kaufen, wobei wiederum die gegenteilige Ansicht vertreten wurde.
  • CBOE Put / Call-Ratio – ein großes Put-to-Call-Verhältnis würde darauf hindeuten, dass der Markt eine bärische Sichtweise beibehält, der konträre Händler würde die gegenteilige Ansicht vertreten und ihn als bullischen Indikator betrachten.

2. Smart Money
Einige Investoren gelten als klüger als andere und daher gilt ihr Geld als „intelligentes Geld“. Händler folgen normalerweise dem intelligenten Geld. Die folgenden werden als intelligente Geldindikatoren angesehen.

  • Confidence Index – Dieser Index ist die durchschnittliche Rendite der Top 10 Unternehmensanleihen dividiert durch die Dow Jones Durchschnittsrendite von 40 Anleihen. Ein bullischer Indikator ist, wenn sich die Renditespreads verengen, was darauf hindeutet, dass Investoren bereit sind, in riskante Anleihen zu investieren.
  • Margin Debt – eine Erhöhung der Margin würde darauf hindeuten, dass die Anleger bullischer werden.

3. Allgemeiner Markt

  • Breite des Marktes – dies ist das Maß für den Rückgang der Bestände gegenüber den Bestandszunahmen für den Tag und gibt die Richtung an (eine technische Indikation für den Markt).
  • Short Interest – dies ist das Maß für kurzfristig verkaufte Aktien. Wenn kurze Zinsen steigen, ist das ein bullisches Signal, da die Anleger die Aktien kaufen müssen, um die Short-Positionen abzudecken.

4. Aktienkurs- und Volumentechniken

  • Dow Theory – Eine Theorie, die besagt, dass sich der Markt in einem Aufwärtstrend befindet, wenn einer seiner Durchschnittswerte (Industrie oder Transport) über einen früheren wichtigen Höchststand hinausgeht. Fortschritt in der anderen. Die Theorie besagt auch, dass, wenn beide Durchschnitte unter vorhergehende wichtige Tiefs fallen, es als Indikator für einen Abwärtstrend angesehen wird.
  • Unterstützung und Widerstand – angesichts der psychologischen Natur der Anleger ist dies die Ansicht, dass eine Aktie nicht oft über ihrem Unterstützungs- und Widerstandsniveau gehandelt wird. Händler überwachen die Ebenen für die Strategie. Wenn eine Aktie aus ihrem Widerstandswert ausbricht, bewegt sie sich zur nächsten Widerstandsstufe. Erfahren Sie mehr über diese technischen Schlüsselindikatoren, die nicht nur Stärke und Schwäche zeigen, sondern auch als Kauf- und Verkaufsindikatoren fungieren: Support & Resistance Basics
  • Gleitend-Durchschnitt – misst die durchschnittlichen Bewegungen einer Aktie über eine bestimmte Zeitspanne. Diese Maßnahme beseitigt tägliche Schwankungen bei einer Preisänderung und der Trend lässt sich leichter erkennen. Betrachten Sie den linear gewichteten gleitenden Durchschnitt und den exponentiell geglätteten gleitenden Durchschnitt im folgenden Artikel: Grundlagen gewichteter gleitender Durchschnitte

Technische Analyse im Forex Handel: So ist sie erlernbar

Die Welt der Devisenmärkte ist riesig und nirgendwo anders findet sich eine so hohe Liquidität vor. Tag für Tag werden beim Handel mit Währungen Billionen von US-Dollar umgesetzt und das macht den Forex-Markt zum größten Markt der Welt. Wer erfolgreich Devisen handeln will, sollte zunächst das Forex Trading lernen. Das bedeutet, der Neueinsteiger muss sich zunächst umfangreiches Grundlagenwissen verschaffen und sich auch mit der technischen Analyse auskennen. Schnell wird der Lernwillige allerdings feststellen, dass dieses Gebiet sehr umfangreich ist und auch einiges an Erfahrung erfordert. Doch keine Sorge, wenn man weiß wie, kann jeder die technische Analyse im Forex erfolgreich in den eigenen Handelsalltag integrieren.

    • Technische Analyse im Forex: Der Überblick
  • 1.) Welche Vorteile und Nachteile sind beim Forex Handel zu finden?
  • 2.) Technische Analyse im Forex: Das ist wissenswert
  • 3.) Mit Seminaren und Webinaren Grundlagen des Forex-Handels erlernen
  • 4.) Vernetzen Sie sich mit Gleichgesinnten
  • 5.) Fazit zur technischen Analyse im Forex Handel: Es ist nicht schwer
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Technische Analyse im Forex: Der Überblick

  • Für systematischen Forex Handel ist das Kennen der technischen Analyse unverzichtbar
  • Es gibt zahlreiche Strategien und Handelsansätze für die Analyse der Märkte
  • Die technische Analyse funktioniert in allen Märkten gleich
  • Die Grundlagen können beispielsweise durch kostenlose Seminare und Webinare erlernt werden

Inhalt:

1.) Welche Vorteile und Nachteile sind beim Forex Handel zu finden?

Es gibt mehr als nur einen Grund für die weltweite Beliebtheit des Handels mit Devisen. Dazu gehört beispielsweise die Tatsache, dass es sich beim Forex-Markt um den größten und liquidesten Markt der Welt handelt. Daraus ergeben sich zahlreiche Handelsmöglichkeiten, die der Trader nutzen kann. Weiterhin ist der Devisenmarkt nicht an die Handelszeiten einer bestimmten Börse gebunden und der Zugang zum Trading ist durchgehend von Sonntagabend bis Freitagabend möglich.
Wer mit Devisen handelt, kann sowohl von steigenden als auch von fallenden Kursen profitieren und bewegt mit kleinen Einsätzen Positionen bewegen, die um ein Vielfaches größer sind. Die Gewinne, die im Forex-Trading winken, sind theoretisch unbegrenzt und hohe Profite können innerhalb kürzester Zeit erzielt werden.

Immer mehr Menschen entdecken die Faszination des Forex-Handels

Doch der Handel mit Devisen birgt nicht nur Vorteile sondern auch Risiken. Wo hohe Gewinne winken, können auch hohe Verluste entstehen und innerhalb kürzester Zeit können nicht nur große Renditen sondern auch hohe Einbußen entstehen. Somit ist der Forex-Handel nicht unbedingt etwas für ganz unerfahrene Anleger und der Einstieg sollte nicht unvorbereitet erfolgen.

Fazit: Das Trading mit Devisenpaaren hält für Anleger eine Menge Möglichkeiten parat. Zu den Vorteilen des Forex-Handels gehören die hohe Liquidität, durchgehende Forex Handelszeiten, geringe Einsätze sowie die Möglichkeit hoher Gewinne. Zu den Risiken zählen die Verluste, die innerhalb kürzester Zeit erzielt werden können.

2.) Technische Analyse im Forex: Das ist wissenswert

Die technische Analyse ist in heutiger Zeit nicht mehr wegzudenken und gehört zu den Standard-Herangehensweisen für die Analyse der Märkte. Schon allein aufgrund der kurzen Zeithorizonte dominiert im Handel mit Forex Technische Analyse sämtliche taktische und strategische Überlegungen. Einsteiger in diese Disziplin sollten Bereitschaft zu theoretischem und praktischem Lernen mitbringen, sich mit Gleichgesinnten vernetzen und teure „Wunder-Seminare“ meiden. Die Technische Analyse funktioniert in allen Märkten gleich: Trader, die für den Handel mit Forex Technische Analyse lernen können die Methoden deshalb auch im Handel mit CFDs, Aktien und Futures anwenden. Für den Einstieg stehen grundsätzlich drei Optionen zur Wahl: Kostenlose oder kostengünstige Seminare und Webinare bei Brokern, recht hochpreisige Kurse bei Spezialanbietern und – ganz klassisch – das Lernen aus Büchern. Die Technische Analyse ist längst institutionalisiert. Der internationale Berufsverband ist die Internationale Federation of Technical Analysts (IFTA), dem der deutsche Berufsverband VTAD (Vereinigung Technischer Analysten Deutschlands) angeschlossen ist. VTAD und IFTA bieten Mitgliedern und anderen Interessenten unter anderem ein mehrstufiges Ausbildungsprogramm mit Prüfungen zum „Certified Financial Technician“ und „Master of Financial Technical Analysis“. Wer für den Handel mit Forex Technische Analyse – sei es in Grundzügen oder weitergehend – erlernen möchte sollte der Internetseite des Verbands einen Besuch abstatten: Dort werden Literaturempfehlungen sowie ein Syllabus veröffentlicht. Ferner werden (zum Teil kostenpflichtige) Manuals und Webinare angeboten.

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Fazit: Wer den Forex Handel lernen möchte, bzw. die Grundlagen der technischen Analyse kennenlernen will, hat mehrere Möglichkeiten. Eine davon wäre es, sich an den internationalen oder den Nationalen Verband der technischen Analyse zu wenden und dort beispielsweise an einem mehrstufigen Seminar teilzunehmen. Auch finden sich auf den Internetseiten der Verbände Literaturempfehlungen für die eigenständige Lektüre. Die technische Analyse ist für alle Märkte gleich und kann neben Forex auch auf Märkte wie Aktien, CFDs oder Futures angewandt werden.

Der Handel mit Devisen birgt für die Anleger auch gewisse Risiken

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3.) Mit Seminaren und Webinaren Grundlagen des Forex-Handels erlernen

Einsteigern ist von hochpreisigen Seminaren abzuraten. Die für den Einstieg notwendigen fachlichen Grundlagen sind beinahe ein Allgemeingut und rechtfertigen keine Seminarpreise von mehreren hundert oder tausend Euro. Vielmehr reichen auch die massenhaft von Brokern feilgebotenen Präsenzseminare vor Ort und Webinare aus. Broker veranstalten diese selbstredend mit Verkaufsabsichten. Dennoch sind die Angebote für die ersten Schritte uneingeschränkt geeignet. Teilnehmer lernen die Bedeutung von Trendmustern, verschiedene Formen von Chartdarstellungen und technische Indikatoren kennen. Da Broker an Umsätzen interessiert sind erfolgt die Wissensvermittlung recht praxisnah: Auch das ist für den Einstieg kein Nachteil.

Fazit: Trader können die Grundlagen der technischen Analyse auch in Webinaren und Seminaren erlernen, die von den unterschiedlichsten Anbietern veranstaltet werden. Dabei sollten Lernwillige von der Teilnahme an teuren Schulungen absehen. Die technische Analyse kann auch in kostenlosen Seminaren erlernt werden, die von vielen Brokern angeboten werden und das kostenlos.

4.) Vernetzen Sie sich mit Gleichgesinnten

Für speziellere Teilgebiete der technischen Analyse können sich kostenpflichtige Seminare dagegen durchaus eignen, wenn die Vermittlung von Methoden im Vordergrund steht und der Preis nicht für „Geheimformeln“ bezahlt wird: Solche gibt es schlicht nicht. Einsteiger, die für den Handel mit Forex technische Analyse lernen möchten, sollten sich so rasch wie möglich mit Gleichgesinnten vernetzen. Die Bildung von Netzwerken ist über Internetforen etc. problemlos und unabhängig vom eigenen Standort möglich. Es existieren genügend Plattformen und Foren, auf denen über konkrete Charts diskutiert werden kann. Die Auswahl ist besonders groß, wenn die englische Sprache hinreichend beherrscht wird, eine Vorauswahl können Sie über den Forex Konto Vergleich treffen.

Fazit: Neben den bereits beschriebenen Möglichkeiten, stellt die Kontaktaufnahme zu Gleichgesinnten einen guten Weg dar, auf dem die technische Analyse erlernt werden kann. In Netzwerken wie Internetforen können sich Einsteiger und Fortgeschrittene über ihre Erfahrungen austauschen und sich gegenseitig mit Ratschlägen und Tipps versorgen lassen.

5.) Fazit zur technischen Analyse im Forex Handel: Es ist nicht schwer

Die Fähigkeit, technische Kursanalyse im Trading-Alltag anzuwenden, ist eine von vielen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Trader-Karriere. Die technische Marktanalyse ist ein komplexes und großes Gebiet, doch es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, sich die Grundlagen und auch fortgeschrittenes Wissen anzueignen und häufig sind die Bildungsangebote sogar kostenlos. So bieten beispielsweise Berufsverbände für die technische Analyse mehrstufige Bildungsseminare an, bei vielen Brokern sind Schulungen und Webinare zu finden und in Netz findet sich kostenlose Fachlektüre, mit der sich alle Lernwilligen weiterbilden können.

Technische Analyse

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In dieser Lektion lernen Sie:

Was hinter dem Konzept der technischen Analyse steht

Wie man den Markt mit Schwerpunkt hauptsächlich auf den Charts analysiert

Weshalb die Geschichte dazu neigt, sich auf den Finanzmärkten zu wiederholen

Im Großen und Ganzen gibt es zwei Ansätze, die Händler nutzen, um festzulegen, welcher Markt nach oben oder nach unten geht. Diese werden als Fundamentalanalyse und technische Analyse bezeichnet. Es ist ein ähnlicher Ansatz, wie wenn Sie ein Auto kaufen. Sie können dessen Preis analysieren, andererseits können Sie sich den Motor, das Fahrwerk und vieles mehr ansehen.

Während sich die Fundamentalanalyse auf die Wirtschaftsinformationen eines Unternehmens, eines Rohstoffs oder einer Währung konzentriert, konzentriert sich die technische Analyse auf den Chart, um die zukünftigen Preisbewegungen vorherzusagen.

Als eine der beliebtesten Methoden, die heute von Händlern genutzt werden um Trading-Chancen zu erkennen, gibt es drei Prinzipien der technischen Analyse:

Das Marktgeschehen bildet alles ab

Preise bewegen sich in Trends

Muster wiederholen sich ständig

Das Marktgeschehen bildet alles ab

Die technische Analyse berücksichtigt nur Kursbewegungen, fundamentale Faktoren werden ignoriert, da von all‘ diesen Faktoren, die den Marktpreis beeinflussen, angenommen wird, dass sie in den Bewegungen enthalten sind. Daher muss nur der Preis selbst begutachtet werden.

Natürlich kann sich ein unerwartetes Ereignis, beispielsweise eine Naturkatastrophe oder geopolitische Spannungen, auf einen bestimmten Markt auswirken, aber ein technischer Analyst ist nicht an dessen Grund interessiert. Ein technischer Analyst konzentriert sich auf den Chart selbst und die Formen, Muster und Formationen, die im Chart auftreten.

Preise bewegen sich in Trends

In der technischen Analyse geht man davon aus, dass die Preisbewegungen Trends folgen. Das bedeutet, dass es nach der Etablierung eines Trends wahrscheinlicher ist, dass die zukünftige Kursentwicklung in die gleiche Richtung wie der Trend geht und nicht gegenläufig ist. Die meisten technischen Trading-Strategien basieren auf diesem Konzept.

Die Geschichte wiederholt sich ständig

Der Grundstein der technischen Analyse ist die Überzeugung, dass die Geschichte dazu neigt, sich zu wiederholen. Stieg beispielsweise der EURUSD vor den FED-Treffen, kauft ein Händler das Paar vor der nächsten Zinsentscheidung in den USA. Daher nutzen technische Analysten historische Kursdaten, um vorherzusagen, in welche Richtung die Kurse sich als nächstes bewegen werden. Hier kommen die Ebenen Support (Unterstützung) und Resistance (Widerstand) ins Spiel.

Charts neigen dazu, Formen zu bilden, die bereits früher aufgetreten sind, und die Analyse der vergangenen Muster hilft den technischen Analysten, künftige Marktbewegungen vorherzusagen. Dieses Prinzip konzentriert sich auf die Meinung der technischen Analysten, dass Handel stark mit Wahrscheinlichkeit verbunden ist und dass die Analyse der vergangenen Formen dem Analysten vor dem Eröffnen eines Trades einen Vorteil bietet. Diese Formen werden als Kursmuster bezeichnet.

Vorhersagen für die Zukunft

Die technische Analyse ist die Praxis, zukünftige Preisbewegungen basierend auf der Bewertung der letzten Kursbewegungen vorherzusagen. Technische Analysten glauben, dass der DE30, wenn er vor Kurzem gestiegen ist, auch in der Zukunft weiter steigen könnte, da er sich in einem Aufwärtstrend befindet. Es gibt viele verschiedene Techniken, um Trends zu erkennen, aber wie bei der Wettervorhersage decken die Ergebnisse der technischen Analyse nicht alle Eventualitäten ab. Die technische Analyse kann Anlegern jedoch dabei helfen, die wahrscheinliche Preisentwicklung im Laufe der Zeit vorherzusehen.

77% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

Technische Analyse lernen & Charts richtig analysieren (Update 2020)

Wie du Charttechnik und technische Analyse-Tools nutzt

Lerne die Technische Analyse der Finanzmärkte Technische Indikatoren vs Fundamentalanalyse vs Charttechnik, so findest du die besten Trading Setups …

Mein Name ist Ingmar Folk von CoinFlip Trading. Über die Jahre habe ich viele Trading Strategien entwickelt und ausprobiert. Jetzt erklär ich dir das Grundkonzept hinter der Technischen Analyse beim Trading, warum es funktioniert, welche Technische Chartanalyse Tools die besten sind und wie du sie richtig einsetzt. Außerdem: Wo ist Kritik angebracht?

Geben wir Gas! Und ab geht die Luzi …

Dieser Inhalt wartet auf dich

Teil 1:

Teil 2:

Die Technische Analyse beim Trading – Grundlagen & Abgrenzung

Um das Grundkonzept der Technischen Analyse zu erklären, bedarf es keiner großen Worte.

Bei der Technischen Analyse im Trading werden aus vergangenen Kursbewegungen künftige Preisveränderungen vorhergesagt. Zu diesem Zweck deuten Trader die verschiedensten Preismuster, entweder direkt im Chart oder indirekt über Indikatoren.

Merkmal der Technischen Analyse: Das Warum interessiert keinen!

Im Kern dreht es sich bei der Technischen Analyse darum, Trends und Trendwechsel zu erkennen. Warum etwas tendiert oder der Trend dreht, interessiert Chartanalysten nicht. Die Technische Anlayse fragt also nicht: Was hat genau zu dieser Preisbewegung geführt?

Technische Analyse in Aktion: Trendlinien richtig zeichen (Videotutorial)

Die Extrawurst: Saisonalitäten

Die Saisonalitäten-Analyse ist eine weitere Methode zum Ableiten von Tradingchancen. Bei dieser Form der Entscheidungsfindung, für oder gegen einen Trade, werden jahreszeitliche Trends der Finanzmärkte analysiert. In fast allen Anlageklassen kommen sie statistisch belegt vor. Besonders ausgeprägt sind sie in den Rohstoffmärkten zu finden.

Die Saisonalitäten-Analyse ist ein ideales Ergänzungswerkzeug für die Technische Analyse. Sie kann als ein externer Indikator für oder gegen einen Trade eingesetzt- und mit allen Analysemthoden kombiniert werden.

Hinter dem Schützengraben lauern die „Fundis“

Ein weit verbreiteter und konträrer Ansatz zur Technischen Analyse der Finanzmärkte ist die sog. Fundamentalanalyse. Bei dieser Art Anlageentscheidungen zu treffen spielt der Kurschart nur eine untergeordnete Rolle. Von Wichtigkeit sind dagegen grundlegende Zahlen zu Unternehmen oder Volkswirtschaften. Um den Nutzen der Technischen Analyse herauszustreichen, lohnt ein direkter Vergleich mit der Fundamentalanalyse.

Technische Analyse vs Fundamentalanalyse

Bei der Fundamental-Analyse werden Berichte der Prüfgesellschaften, Gewinn/Verlustrechnungen, regelmäßig veröffentlichte Bilanzen, das Management, die Dividendenpolitik, Umsätze, Wettbewerbssituation und Auslastung der Produktion genau unter die Lupe genommen. Aber es geht noch weiter! Ein Fundi (Fundamental-Analyst) verfolgt auch die Erlasse und Mitteilungen des Wirtschafts- und Finanzministeriums, er beobachtet Produktionsindikatoren, Preisstatistiken und noch einiges mehr. Hinter einer guten Fundamental-Analyse steckt viel Arbeit und die Ergebnisse bieten viel Diskussionsstoff.

Alle gerade genannten Analyseverfahren bzw. Werte fließen in einer Schätzung für den fairen Wert des Unternehmens zusammen. Kommt der „Fundi-Analyst“ zu dem Schluss, der aktuelle Preis liegt über seinem Schätzwert, sieht er das als Kaufchance für das Wertpapier und vice versa.

Vielen Fundis qualmen bei so vielen Zahlen schon mal die Schädel und die berechtigte Frage lautet: Ist es es diesen Aufwand wert, denn: Oftmals kauft der Fundi seine Aktie und muss mit ansehen, wie sie trotzdem unter seinen Kaufkurs fällt…und fällt und fällt.

Er muss sich dann eingestehen: Trotz umfangreicher und sorgfältiger Analyse lag er mit seinem Kaufzeitpunkt total daneben.

Wie kommt es dazu?

Fundamentale Faktoren haben unbestritten einen Einfluss auf die Angebots- und Nachfragesituation. Was die Fundis allerdings nicht berücksichtigen, ist die aktuelle Stimmung der Marktteilnehmer. Stimmung impliziert Irrationalität und die Börsenkurse werden zu einem gewichtigen Teil von irrationalen Entscheidungen der Leute beeinflusst.

Der Börsenkurs hingegen spiegelt alle Emotionen der Marktteilnehmer und die fundamentale Situation wider. Ein Börsenkurs reflektiert Stimmungen von tausenden von Menschen. Rationale Stimmungen, irrationale Stimmungen. Er reflektiert Bedürfnisse der Anleger, die sich der rationalen Analysemöglichkeit entziehen.

Dennoch äußern sich all diese Faktoren schlussendlich in einem Ereignis, welches als rational bezeichnet werden muss: dem Kurs. Jeder sieht ihn und kann ihn beurteilen wo er steht. Es ist der Kurs, auf den sich Käufer und Verkäufer einigen und eine Transaktion in dem betreffenden Wertpapier tätigen. In ihm sind alle entscheidenden Informationen enthalten. Unter Börsianern ist oft die Rede von im Kurs „eskomptierten“ (vorweggenommen) Informationen.

Dazu zählen alle zur Verfügung stehenden Informationen der Fundamentalanalyse, sowie der Stimmung der Investoren zu einem Wertpapier oder Markt.

Börsianer schauen in die Zukunft und sie bilden den Kurs auf der Grundlage der Erwartungen der Anleger. Während der Fundamental-Analyst noch damit beschäftigt ist, den aktuellen Ist-Zustand eines Unternehmens zu analysieren.

Für dich als angehenden Technischen Analyst, der seine Entscheidungen maßgeblich am Kurs ausrichtet, bedeutet es Preistrends im Auge zu behalten. Solange ein Trend nicht gebrochen wurde, ist davon auszugehen, dass er weiterläuft. Egal zu welcher Einschätzung ein Fundi auch kommen mag, denn die nicht berechenbaren Einflussfaktoren der Börsenkurse sind mächtig, weil menschliche Emotionen mächtig sind. Doch jeder Trend an der Börse endet irgendwann.

Warum? Emotionen wechseln sich eben ab. Dies passiert an der Börse meistens mit dem Auftreten bestimmter Muster. Und genau diese Muster im Preischart untersucht die Technische Analyse, bzw. die sogenannte Charttechnik.

Solche Muster sind recht zuverlässig und treten auf ähnliche Art und Weise auf, denn der Mensch ändert sein grundlegendes Verhalten wie Panik, Gier, Euphorie und Angst nicht. Unsere emotionalen Verhaltensweisen sind seit jahrtausenden gleich geblieben und sie bewegen die Börsenkurse wahrscheinlich auch in tausend Jahren noch genau so wie heute.

Abgrenzung Technische Chartanalyse / Charttechnik und Technische Analyse

Eine feine Unterscheidung innerhalb der Technischen Analyse wurde oben schon angerissen, jetzt mach ich es konkret: Für technisch orientierte Trader existiert noch die Unterkategorie Charttechnik respektive Chartanalyse.

Wo verläuft die Grenze dieser beiden Methoden?

Spricht ein Trader von der sogenannten Charttechnik oder auch technischen Chartanalyse, geht es ausschließlich um die Verwendung und Interpretation des reinen Preischarts (Wertpapierkurses).

Bekannte charttechnische Ansätze sind die Dow-Theorie, Markttechnik oder auch die japanischen Candlestick-Muster. Außerdem zählen zur klassischen Charttechnik die bekannten und populären Chartmuster (SKS, W-Formation etc).

Bei der technischen Analyse der Finanzmärkte geht es hingegen vornehmlich um die Verwendung von Technischen Indikatoren (zB RSI, Fibonacci Fans etc.) Diese werden zu einem großen Teil vom Preischart abgeleitet. Ein Software-Programm berechnet mittels Formeln aus den Preisdaten des Charts neue Darstellungsformen der Kursdaten und bereitet sie optisch auf.

In der Regel werden diese künstlich berechneten Daten als zusätzliche Charts unter den Haupt-Kurschart eines Wertpapiers gelegt. In einigen Fällen sind sie auch direkt im Hauptchart sichtbar. Damit wird es möglich auf einen Blick weitere Kriterien für oder gegen einen Trade in die Entscheidungsfindung einfließen zu lassen.

Die wichtigsten Tools und Chartmuster dieser beiden technischen Analysemethoden,
sowie deren korrekte Verwendung, erkläre ich dir gleich noch genau.

Technische Analyse vs Fundamentalanalyse: Die Pro’s und Con’s auf einen Blick

Vorteile Fundamentalanalyse:

  • Sie basiert auf handfesten ökonomischen Zahlen des Unternehmens und des gesamtwirtschaftlichen Umfelds.
  • Sie eignet sich für längerfristiges Investieren sehr gut, da sie den inneren Wert einer Firma zu berechnen versucht (zu diesem neigt der Börsenkurs langfristig zu streben). Dieser innere Wert kann als Ankerpreis (Orientierungspreis) für Ein- und Ausstiege beim Aktienhandel genutzt werden.
  • Fundamentalanalyse versucht die Frage nach der Qualität eines Unternehmens, oder der gesamtwirtschaftlichen Lage zu beantworten (die Basis eines guten Investments).

Nachteile Funamentalanalyse:

  • Sie braucht Zeit (nicht optimal für kurzfristiges Trading).
  • Sie erfordert gute Kenntnisse und Fähigkeiten im Interpretieren von Unternehmenszahlen.
  • Sie ist nur bedingt geeignet, um das Risiko eines Trades nach dem Einstieg zu managen.
  • Sie berücksichtigt nicht die aktuelle Marktstimmung (bullish, bearish, euphorisch, ängstlich), doch Aktienkurse werden auch durch die Stimmung der Anleger bewegt, nicht nur durch rationale Fakten.

Vorteile Technische Chartanalyse:

  • Sie kann für sehr kurzfristiges Trading verwendet werden.
  • Sie erfordert keinerlei Wissen über betriebswirtschaftliche und gesamtökonomische Zusammenhänge.
  • Sie spielt visuell veranlagten Menschen in die Karten, die von Natur aus keine Zahlenjongleure sind.
  • Sie eignet sich gut, um das Risiko eines Trades zu managen (Stop Loss, Trailingsstops, Zielzonen-Bestimmung anhand vergangener Kursverläufe).

Nachteile Technische Chartanalyse:

  • Es gibt unzählige Interpretationsmöglichkeiten des Preisverlaufs (Schwammigkeit). Aus diesem Grund musst Du Dir sehr genau überlegen, welche Chartanlyse-Methoden Du einsetzen möchtest.

Da du jetzt weißt worauf die Technische Analyse achtet und wieso es einen logischen Grund gibt sie zu verwenden, gehen wir nun ins Detail der Technischen Analyse und schauen uns die wichtigsten und sinnvollsten Tools genau an.

Technische Chartanalyse (die wichtigsten Tools)

Trendlinien

Mittels Trendlinien werden Hoch und Tiefpunkte miteinander verbunden. Sie dienen damit der Visualisierung von Preistrends im Chart. Moderne Chartsoftware formt daraus automatisch einen Trendkanal. Meine Meinung dazu: Gespalten. Trendlinien können bei eindeutiger Identifikation schon mal hilfreich sein. Problem: Die eindeutige Identifikation. In der Praxis wirst du schnell merken: Fast jeder Trader zeichnet seine Lieblingslinie in den Chart. So, wie sie für ihn am besten rüberkommt. Dann passt er sie meist ständig an unwichtige Extrempunkte an und die Linie verläuft immer anders. Der Nutzen daraus? Kaum vorhanden, außer für reine Zwecke der Chartanalyse. Wieso? Weil du als Trader Chartmarken ausfindig machst, die sonst kaum einer wichtig findet.

Unterstützungs- und Widerstandslinien

Bei diesen Linien handelt es sich um horizontale Malkunst. Trendlinien laufen dagegen diagonal. Du verbindest also lokale Tief- oder Hochpunkte, welche sich auf fast identischem Preisniveau befinden. Meine Meinung dazu: Joah, schon besser. Wieso? Weil diese Chartlevel eindeutiger festgenagelt werden können und sich somit mehr Marktteilnehmer auf die gleichen Zonen konzentrieren, um ihre Entscheidungen zu treffen. Vorteil: An diesen Punkten im Chartverlauf liegen meistens vermehrt Stoporders im Markt. Dies kannst du nutzen. Entweder, indem du darauf hoffst, das der Kurs von wichtigen Marktspielern über oder unter diesen Levels gehalten wird. Oder, für schnelle Gewinne in die Richtung der ausgelösten Stoporders, wenn die Kurse das Niveau brechen.

Chartmuster

An diesem Punkt wird’s kontrovers. Fakt ist nämlich: Jeder Finanzmarkt bildet wirklich immer ähnliche Chartformationen aus. Aber! Ich betone das Adjektiv ähnlich. Es bedeutet nicht gleich. Daraus speist sich der größte Nachteil von Chartmustern: Es ist – wie so oft – die Subjektivität des Betrachters. Es gibt einige wenige, relativ eindeutige Kursgebilde. Meistens werden diese Muster im Chart jedoch so weit hergeholt, dass der Betrachter nicht genau weiss, wie er eine Situation am Chart zu interpretieren hat. Die noch am klarsten zu interpretierenden Formationen sind:

Bild: Dieser Chart zeigt einen klassischen Doppelboden (zwei Kreise). Wenn ich diese Chartformation trade, erhoffe ich mir keine erhöhte Trefferquote. Ich nutze Doppelböden oder Tops, um mit einem kleinen sinnvollen anfänglichen Stop Loss (unterhalb des lokalen Kurstiefs beim Boden) in den Markt zu kommen und so ein gutes Chance-Risiko-Verhältnis herzustellen. Idealerweise trade ich dabei mit übergeordneten Trends. Dadurch erhöht sich das CRV weiter, solange der Trend nicht weit fortgeschritten ist. Den Trendfortschritt gut einschätzen zu können, ist eine wertvolle Fähigkeit als Trader. Meine Meinung zu Chartmustern: Ja, als diskretionärer Trader fließen sie hin und wieder in meine Entscheidungsfindung ein. Für Autotrader sind sie jedoch kaum produktiv verwertbar.

Elliott-Wellen

Nun steigert sich die Kontroversität in Bezug auf die Tauglichkeit der Technischen Analyse in atemberaubende Fallhöhen. Die sogenannten Elliott Wellen sind eine direkte Weiterentwicklung der Dow Theorie. Tut mir leid: Aber wer sich diese Story ausgedacht hat, der muss ein echtes Marketinggenie gewesen sein, oder zu viel Zeit gehabt haben.

Trading mit Elliott Wellen kurz zusammengefasst

Du zählst und zählst und zählst, guckst doof aus deinem Floortrader Jacket und zählst weiter. Überarbeitest dann deine Zählungen von vorne und plötzlich stimmt irgendwie nichts mehr. Was machst du dann? Du fängst wieder an die Wellen auszuzählen. Bis du merkst, du hast dich wohl erneut verzählt. Zum Glück findet das heutzutage nicht mehr auf ausgedruckten Papiercharts statt. Allein der Bedarf an Radiergummis… egal. Wie auch immer: Elliott Wellen sind die umständlichste, subjektivste und mit am schwierigsten zu erlernende Form der Technischen Analyse. Und kein Mensch kann dir sicher sagen, ob damit getroffene Prognosen langfristig auch nur 1% über dem Zufall liegen. Meine Meinung dazu: Mehr Arbeit für fragwürdigen und unsicheren Gegenwert, kannst du dir als Trader kaum machen. Und für schnellen Intradayhandel sind sie für mein Empfinden eher ein Ärgernis.

Charttypen

Eine weitere Möglichkeit der Technischen Analyse ergibt sich aus den verschiedenen Darstellungen der Preisbewegungen im Chart. Vom einfachen Linienchart, über Renko– bis hin zu Kerzencharts spannt sich das Analyseuniversum des Traders. Die wohl am meisten verwendete Variante sind Kerzencharts. Viele behaupten: Aus diesen kannst du als Trader am einfachsten tolle Muster ableiten. Hier muss ich einwerfen: Diese Behauptung ist zwar nicht ganz falsch, doch Kerzencharts liefern tatsächlich mehr als das. Candlesticks vermitteln uns Tradern wohl die meisten Informationen über das tatsächliche Kursgeschehen an der Börse, in einer kompakten und schnell erschließbaren Essenz. Selbst benutze ich auch diese nützliche Darreichungsform von Kursen. Dennoch beachte ich nur ganz wenige Kerzenchartformationen, welche aus dem fernöstlichen Japan stammen. Meine Meinung hierzu: Kerzencharts bieten sich durchaus an. Für handfeste Kursprognosen taugen sie hingegen ebenfalls nicht viel.

Technische Indikatoren

Kommen wir zum populärsten technischen Chartanalyse Tool der Neuzeit. Es sind die sogenannten technischen Indikatoren. Der Heilige Gral fast aller Tradinganfänger. Warum sind sie überhaupt so beliebt? Ich weiss es nicht wirklich. Bisher habe ich keine Umfrage dazu gemacht. Aber ich kann es mir halbwegs zusammenreimen.

  1. Indikatoren sind ideal zum Backtesten
  2. Sie sind technisch und zahlenlastig (viele Leute erhoffen sich dadurch mehr Vertrauen und Sicherheit in ihrem Trading)
  3. Und Indikatoren werden auf eine Weise vermarktet, die Börsenneulingen voll in die Karten spielt: Mit wenig Aufwand, eine hohe Treffsicherheit und damit Gewinne erzielen.

Was willst du mehr?

Grundlegend gibt es zwei Kategorien bei technischen Indikatoren:

  • Oszillatoren
  • Trendfolger

Oszillatoren werden in Seitwärtsmärkten beachtet, um Wendepunkte im Kurs anhand von überverkauften oder überkauften Werten zu signallisieren. Trendfolger sollen dagegen vorherrschende Kurstrends bestätigen, oder neue Trends definieren. Fakt bei diesem Hokuspokusspiel ist: Fast alle diese Indikatoren sind vom reinen Kurschart abgeleitet und werden aufgrund von Daten der Vergangenheit berechnet. Diese vermeintlichen Wunderkinder der technischen Analyse, liefern dir mitnichten zusätzliche Informationen über den Zustand des Marktes. Technische Indikatoren sind schick aufbereitete Zusammenrechnungen des Preisverlaufs.

Meine Meinung über dieses technische Analysetool

Die Vorhersagekraft einzelner Indikatoren ist gleich Null! Es wird lediglich eine Sicherheit beim Trader vorgegaukelt, die so nicht existiert. Damit sind sie für mich schlicht und einfach überflüssig in Bezug auf Tradingerfolg. Und mal ehrlich: Brauchst du wirklich einen berechneten Indikator, um den Trend richtig einschätzen zu können? Totaler Blödsinn. Wenn du mit Indikatoren zur Entscheidungsfindung arbeiten möchtest, solltest du tatsächlich relevante verwenden. Sie müssen unabhängig voneinander berechnet werden und bitte vertraue nicht nur auf einen einzigen davon. Solche Indis können sein:

  • Gleitende Durchschnitte
  • Average True Range (ATR)
  • Volumen
  • Trin oder Tick
  • Relative Stärke eines Wertes (aber direkt aus dem Kursverlauf herausgelesen)
  • Diverse Fundamentaldaten
  • Möglicherweise Sentiment Indikatoren

Technischen Analyse – Eine kleine Abrechnung (äh Resümee)

Ein Großteil der Technischen Analyse Methoden sind wertlos, wenn du sie nur für sich betrachtest, daraus Kursprognosen ableitest und dein Trading auf das Eintreffen dieser Kursverhersagen ausrichtest. Doch genau diese Prognosepower wird den Technischen Analyse Tools nachgesagt. Und sie ist der Grund, weshalb sich die meisten Trader auf sie stürzen. Und wieso das? Wir Menschen hassen Unsicherheit über zukünftige Ereignisse. Wichtig in diesem Zusammenhang ist die Definition von Prognose. Für mich ist eine echte Kursprognose: Wenn in mehr als 50% der Fälle eine Mindestkursbewegung in eine anvisierte Richtung vorausgesagt werden kann, ohne das vorher der Stop Loss ausgelöst wird. Der Stop darf nach dem Eröffnen eines Trades nicht verändert werden und nicht größer sein, als das Kursziel. Und jetzt? Werde ich dir die Augen öffnen.

Das Coin Flip Experiment

Du fragst dich in diesem Moment sicherlich: Wieso lehnt der sich soweit aus dem Fenster? Aufgepasst, Trader! Hier möchte sich keiner wichtig machen. Ich habe – neben der fragwürdigen Tauglichkeit der Technischen Analyse zu Prognosezwecken – tatsächlich einen noch wichtigeren Grund mich weit über die Brüstung meines Traderfensters zu hängen. Und ich möchte, dass du davon erfährst. Vor einiger Zeit habe ich ein bisher einmaliges Langzeit-Live-Experiment gestartet. Die zu entkräftende These lautete:

Die Richtung eines Trades ist derart unwichtig, dass auch ein Münzwurf für die Festlegung auf long oder short ausreicht um signifikante Gewinne einzufahren.

Und für was brauchst du Kursprognosen, sollte die These tatsächlich standhalten? Du kannst dir wahrscheinlich denken was kommt…

Das Unglaubliche wird zur Gewissheit (ein irres Ergebnis)

Diese These konnte ich tatsächlich nicht entkräften. Nach einem Jahr Laufzeit, und genau 250 Trades, standen rund +81% Rendite zu Buche. Dabei hatte ich bei keinem einzigen Trade Einfluss auf dessen Richtung! In meinem Trading Blog findest du den Track Record dazu. Das Ergebnis ist nicht wissenschaftlich fundiert, aber eine echte Ansage. Was sagst du jetzt? Wäre es für deinen Tradingerfolg wirklich so wichtig, die Kurse vor dem Markteinstieg richtig vorhersagen zu können, dürfte so etwas nicht möglich sein. Ich hoffe, du stimmst mir hier zu? Wieso solltest du als Trader dann deine Energie dafür verschwenden, nach Setups der Technischen Analyse mit echtem Prognosevorteil zu suchen? Es sind für mich falsch eingesetzte Ressourcen. Wie du die Technische Analyse dennoch produktiv einsetzen kannst, erfährst du im nächsten Absatz.

Der Markteinstieg wirkt sich sowohl durch die Trefferquote, aber auch durch seine Funktion zur Beeinflussung der jeweiligen Stop Loss Größe eines Trades auf den Profitfaktor des Tradingansatzes aus. Je nach dem, wie aggressiv eine Tradingidee gespielt wird, erhöht oder verkleinert sich der anfängliche Stop Loss und das CRV verändert sich (vorausgesetzt der Stop Loss wird nicht willkürlich gesetzt).

Die Stoßwellen des Experiments (und ihr Effekt auf mein Trading)

Der Ausgang des Experiments hat meine grundlegende Sichtweise als privater Trader umgekrempelt. Früher war meine Überzeugung: Ich muss unbedingt Tradingsetups mit einer hohen Trefferquote finden. Heute weiss ich: Top Renditen gibt es nur, wenn ich bei gut laufenden Trades viel Gewinne und schlecht laufende Trades extrem günstig halten kann. Außerdem glaube ich mittlerweile: Du musst nicht viel mehr beherrschen als die Basis-Bewegungsmuster im Preischart, die auch Charles Dow vor hundert Jahren schon beschrieben hat. Die reine Price Action der Kurse reicht aus. Die Markttechnik hat diese verfeinert und lehrt sie heute in einem durchaus sehr praxisorientierten Zusammenhang. Auch ein Orderbuch musst du nicht interpretieren können, wenn du nicht Market Making betreiben willst. Das ist mein Statement! Und ich wette gerne gegen jeden, der etwas anderes behauptet.

Setze die Technische Analyse im Trading weise ein

Wenn du als Trader mit der Technischen Analyse arbeiten möchtest, solltest du einige, gut ausgesuchte Tools gezielt mit anderen – untereinander unabhängigen Entscheidungskriterien – kombinieren und unbedingt in Zusammenhang mit dem übergeordneten Preisverlauf (Trend, Trendfortschritt, Korrektur, Rangemarkt) bringen. Achte darauf, dass möglichst viele Marktteilnehmer zu ähnlichen Interpretationen kommen und sich zumindest eine Art ‚Selbsterfüllende Prophezeiung’ einstellen könnte. Und: Nutze vornehmlich solche Tools der technischen Analyse, die dir dabei helfen können wichtige Stopmarken im Chart herauszufiltern. Damit kannst du dein CRV sehr gut steuern und nur Trades mit möglichst kleinem ISL (Anfängliches Stop Loss) eingehen.

Wie konnte das Münzwurf-Setup so gut performen?

Dies ist eine sehr sehr gute Frage. Wie du gesehen hast: Nicht durch gute Kursprognosen vor dem Markteinstieg. Eine Antwort könnte lauten: Durch cleveres Risikomanagement auf allen Ebenen (Entry, Exit, Positionsgröße s. Traders‘ Artikel Ausgabe Nr.5 2020 S.66)

Kein Prognosevorteil = Kein Vorteil (als Trader)

Falsch! Durch einen zeitlich wohl überlegten Einstiegszeitpunkt (nicht Richtung), eine durchdachte und strikt eingehaltene Risikobegrenzung sowie ein flexibles Trademanagement, konnte sehr wohl ein Vorteil herausgearbeitet werden. Alle Trades wurden kurz nach Markteröffnung eingegangen. Hier ist das CRV beständig sehr gut, da die Hauptbewegung des Handelstages noch bevorsteht. Ein gutes CRV senkt dein Risiko beim Traden langfristig, da es die durchschnittlichen Gewinne erhöht. Das Trademanagement war darauf ausgerichtet sofort Risiko von der Position zu nehmen, sobald sich die Kurse nicht so bewegten wie erwartet werden konnte. Dadurch schaffte ich es, die durchschnittlichen Verluste auf circa 0,7 R zu drücken. Alle Aktionen basierten auf neuen, ganz simplen Informationen des Kurscharts nach dem Einstieg (z.B. gebrochene wichtige horizontale Preiszonen, Schlusskurse von Kerzen wichtiger Zeitrahmen, Kursbeschleunigung, Zeitkomponente ect.). Es geht dabei um ein beständig neues Erahnen von Wahrscheinlichkeitsverschiebungen. Mit einer echten, festgenagelten Kursprognose hat das nichts zu tun.

Das Fusionskraftwerk für Gewinne beim Traden

Das Powerhouse für deinen langfristigen Erfolg beim Traden stellt das Verhältnis zwischen Gewinnen und Verlusten dar. Bei allen gesunden Trading Strategien die Richtungswetten (Spekulation auf eine Preisbewegung in eine bestimmte Richtung) umsetzen, ist mir immer eine Sache aufgefallen: Die durchschnittlichen Gewinne überstiegen die durchschnittlichen Verluste. Bei meinem CoinFlip Experiment waren sie genau 1,97 mal so hoch.

Gewinne groß – Verluste klein = Dauerhafte Profite

Sei dir über Folgendes im Klaren: Spielst du ein ‚Entweder- oder Szenario‘ (Anfängliches Stop Loss oder Take Profit wird ausgelöst) mit einem CRV von 1:1, benötigst du einen echten Prognosevorteil mit deinem Entry, um profitabel zu sein. Spekulierst du auf ein 3:1 CRV brauchst du einen umso größeren Prognosevorteil und keinen kleineren. Deshalb sind Trades mit weiteren Zielzonen nicht zwangsläufig die bessere Wahl und ein aktiv betriebenes Trademanagment kann Vorteile bringen. Du musst, im Rahmen der Möglichkeiten, für jeden Trade dennoch immer maximal viel Gewinn herausholen und die Verluste so niedrig wie irgend möglich machen. Auf dieses Ziel sollte deine komplette Trading Strategie zugeschnitten sein.

Die Gewinnhäufigkeit wird total überschätzt

Die Trefferquote – populär definiert – spielt für den Erfolg deines Tradings dagegen so gut wie keine Rolle. Du kannst sie fast ignorieren! Wieso? Sie ist in der allgemein gültigen Version, durch den Exit aus einem Trade, leicht manipulierbar und verliert ihre Aussagekraft bezüglich der Qualität eines Einstiegssetups. Sehr viele profitable Trading Strategien produzieren hier langfristig einen Wert um die 50 Prozent (ich betone langfristig: kurzfristig kann es durchaus zu Serien von Verlusten und Gewinnen kommen). Ich schließe nicht aus, dass sehr erfahrene diskretionäre Trader den Kursverlauf tatsächlich besser als Zufall vorhersagen können. Doch glaube mir: Kein einziger davon wird es nur mit Hilfe eines technischen Analysetools biegen. Du brauchst als Trader das Feeling für das Big Picture (grundlegende Sentiment, übergeordnete Marktphase). Nur so kannst du wissen, wann du mit welchen Strategien arbeiten musst. Und dieses Big Picture des Marktes vermittelt dir die Technische Analyse nun mal nicht klar und deutlich.

Das 2,6,2 Muster

Schaust du genauer hin, fällt dir meistens ein besonderes Muster bei der Gewinn- und Verlustverteilung von robusten Retail-Trading Strategien auf. Von zehn Trades landen zwei bis drei im ISL (Initial Stop Loss). Vier bis sechs liefern kleinere Verluste oder Gewinne und wiederum zwei bis drei Trades pushen dein Konto mit dicken Gewinnen. Die ‚Solala Trades‘ matchen sich gegenseitig zu einer schwarzen Null. Dein Erfolg als Trader wird demnach entscheidend davon abhängen, um wieviel höher du die restlichen dicken Gewinntrades im Gegensatz zu den ISL Verlusten pushen kannst. Um hierbei zu punkten gibt es Exitstrategien, wie der Scaleout im Verlust, das Pyramidisieren im Gewinnfall und natürlich clever nachgezogene Trailingstops. Ich würde behaupten: 80 Prozent trägt der Exit zum Erwartungswert einer Trading Strategie bei. Die restlichen 20 Prozent liefert ein gut überlegter Einstieg in eine Position. Die absolute Rendite wird hingegen erheblich durch die Anzahl guter Tradingchancen aber auch das Risiko pro Trade (Positionsgröße) beeinflusst. Ob oder welches Technische Analyse Tool du für dein Trading verwendest, ist zweitrangig.

Was du aus dem Experiment mitnehmen solltest (Takeaways)

  • Die Traderichtung ist irrelevant für deine Profitabilität.
  • Betreibe aktives Trademanagement und stimme so dein jeweiliges Traderisiko mit neuen Informationen aus dem Preisverlauf ab (über die Positionsgröße respektive Exit).
  • Setze nur Tradingideen um, bei denen du einen möglichst kleinen, aber sinnvollen anfänglichen Stop Loss bestimmen kannst (der wahre Vorteil eines guten Entry).
  • Warte nicht auf zuviel Bestätigung des Kursverhaltens, wenn du eine Position eröffnest. In vielen Situationen verschlechtert sich das CRV dadurch deutlich. Die Prognoseleistung für einen Trade erfährt dagegen kaum Verbesserung.

Schlussglocke

Mit diesem Artikel möchte ich helfen, dir eine neue Denkweise auf das Traden zu ermöglichen. Und zwar weg vom perfekten Einstieg, um gute Kursprognosen zu erhalten – hin zum perfekten Einstieg, um frühzeitig und mit kleinem Stop in den Markt zu kommen. Sei vorsichtig, wenn dir jemand vermitteln möchte, dass du Kurse exakt vorhersagen musst, um als Trader erfolgreich zu sein. Mein Experiment legt eindrucksvoll das Gegenteil nahe. Dauerhafte Gewinne entstehen durch gute Skills im Risikomanagement. Cheers, Ingmar Folk

Jetzt bist du dran!

Welche gerade gezeigten Technischen Analyse Tools benutzt du beim Trading: Chartmuster, Indikatoren oder Widerstandslinien? Ab damit ins Kommentarfeld!

Über den Autor:

Herr Folk beschäftig sich seit fast 15 Jahren mit dem aktiven Futures Day Trading. Mittlerweile tradet er auch CFDs auf dem Dailychart. Dank eines ungewöhnlichen Langzeit-Experiments zum Traden mit einem Zufallseinstieg-Setup, konnte er einige populäre Mythen aus dem Bereich Börse aus den Angeln heben. Das macht ihm Spaß und dieses Wissen möchte er gerne mit anderen interessierten Tradern teilen.

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